Cholesterinester – Speicherkrankheit

 

Mangel an lysosamaler saurer Lipase

 
Bei einem genetisch bedingten Mangel an lysosomaler saurer Lipase kommt es zur Speicherung von Cholesterinestern und Triglyzeriden in vielen Organen und Zelltypen. Die Erkrankung wird autosomal rezessiv; die Prävalenzrate wird auf 1 zu 1.000.000 geschätzt.
Klinisch gibt es zwei Verlaufsformen: eine infantile, auch als Wolman-Krankheit bezeichnete, und eine adulte, die Cholesterinester-Speicherkrankheit. Die Wolman-Krankheit ist durch Malabsorption, Gedeihstörungen, Hepatomegalie und Kalzifizierungen der Nebenniere (Nebenniereninsuffizienz) charakterisiert. Unbehandelt überleben Kinder mit der Wolman-Krankheit kaum das erste Lebensjahr. Bei der adulten Verlaufsform findet man eine Hepatomegalie, erhöhte Leberenzyme, hohes LDL-C, hohe Triglyzeride und niedriges HDL-C. Charakteristische Komplikationen sind Atherosklerose (koronare Herzkrankheit, Schlaganfall), Erkrankungen der Leber (Leberinsuffizienz, Ikterus, Steatose, Fibrose, Leberzirrhose , Ösophagusvarizen), Hypersplenismus mit Anämie und Thrombozytopenie), Personen. Die Lebenserwartung hängt von der Schwere des in des peripheren Blutes, Fibroblasten und/oder den Nachweis von Mutationen im LIPA-Gen gestellt.
Die klassische Behandlung der Wolman-Erkrankung schließt diätetische Maßnahmen und parenterale Ernährung, Kortikosteroid und Mneralkortikoid-Ersatz und die Transplantation hämatopoetischer Stammzellen ein. Die Cholesterinester-Speicherkrankheit zielt auf den Ausgleich allfälliger Mangelzustände, die Absenkung von LDL-C und Triglyzeriden mit Statinen oder Austauscherharzen und die Beherrschung der hepatologischen Komplikationen ab. Die Zulassung einer Langzeit-Enzymersatztherapie (Sebelipase–alpha) für Patienten aller Altersstufen mit Mangel an lysosomaler saurer Lipase ist beantragt.

 

Autor:

Prof. Winfried März