Hohes Lipoprotein (a)

Lipoprotein (a) (Lp (a)) ist ein Komplex aus LDL (Lipoproteine niedriger Dichte) und Apo (a). Es kommen mehr als 30 Isoformen des Apo (a) vor, die sich aufgrund ihrer Molekülgröße unterscheiden. Die Konzentration des Lp (a) ist weitgehend genetisch determiniert und schwankt von Person zu Person innerhalb weiter Grenzen: Je größer das Apo (a), um so geringer die Plasmakonzentration.

Die Funktion des Lp (a) ist nicht bekannt. Meta-Analysen zeigen, dass Lp(a) ein potenter und unabhängiger Risikofaktor für koronare Herzkrankheit ist, wobei die prognostische Information bei bereits erhöhtem Risiko oder bestehender koronarer Herzkranheit zuzunehmen scheint. 15 Genetische Untersuchungen sprechen für eine kausale Rolle des Lp(a) bei der Entstehung der Atherosklerose.

Die Bestimmung Lp(a) ist vor allem bei Personen mit „intermediärem“ kardiovaskulärem Risko aufgrund gängiger Prognosemodelle (SCORE, Framingham) oder bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit indiziert. Lp(a) ist ein negatives Akutphase-Protein, die Bestimmung unmittelbar nach einem Infarktereignis kann daher „falsch negativ“ ausfallen. Eine medikamentöse Senkung des Lp(a) ist schwierig und noch am ehesten mit Nikotinsäure zu erreichen. Bei entsprechender Klinik (schwere, progrediente Koronarkrankheit und ansonsten gut eigestellte Lipide) kann die Elimination des Lp(a) mittels LDL-Apherese indiziert sein.

In jedem Fall aber sollte ein hohes Lp(a) (> 20 mg/dl) dazu führen, die Therapieziele für „konventionelle“ Risikofaktoren (LDL-C, Blutdruck) individuell strenger zu definieren.

 

Autor:

Prof. Winfried März