August 2018

Frühstück weglassen? Für die Herzgesundheit womöglich problematisch

 

Ernst-Peter Schorn


August 2018 – Das tschechische Präventionsprojekt „Kardiovision Brno 2030“ hat das ehrgeizige Ziel, das Herz-Kreislauf-Risiko der Brünner Bevölkerung in den nächsten zwölf Jahren entscheidend zu senken. Die Verbesserung der Ernährungsgewohnheiten ist dabei neben anderen Lebensstilmaßnahmen Hauptbestandteil des Programms. Als eines der ersten Ergebnisse liegt jetzt eine Auswertung einer Kohorte mit 1.659 Teilnehmern vor, die einen möglichen Einfluss des Mahlzeitenmusters (Häufigkeit pro Tag) auf die kardiovaskuläre Gesundheit (CVH Score gemäß der Kriterien der American Heart Association, AHA) mit den Parametern BMI, Ernährung, körperliche Aktivität, Rauchen, Blutdruck, Cholesterinwerten, Blutzucker überprüft hat.

 

A. Maugeri und Kollegen fanden dabei heraus, dass das Weglassen eines Frühstücks eher ungünstig in diesem Zusammenhang ist. Teilnehmer, die mit leerem Magen in den Tag starten, weisen höhere LDL-Cholesterinspiegel auf und ihr CVH Score liegt häufiger im schlechtesten Bereich. Auch das Weglassen eines Nachmittagssnacks wirkte sich negativ auf den Score aus. Die besten Werte hinsichtlich des idealen CVH Scores fanden sich bei den Personen, die eine höhere Zahl an Mahlzeiten (4 bis 5) und dementsprechend kürzere Abstände zwischen den Mahlzeiten hatten.

 

Diese Ergebnisse passen nicht zu dem in der deutschen Bevölkerung derzeit zu beobachtenden Trend, zum Weglassen von Mahlzeiten. Die 16stündige Ernährungspause (intermittierendes Fasten), bspw. durch das Einsparen des Frühstücks, wird immer populärer, da hierdurch relativ gute Erfolge für eine Gewichtsreduktion erreicht werden können.

 

Stefan Lorkowski (Jena), Vorstandsmitglied der D-A-CH-Gesellschaft Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen e.V. sieht diese Entwicklung mit gemischten Gefühlen. „Aus evolutionärer Sicht sollte der Mensch durchaus an Phasen des Zwangsfastens angepasst sein. Klar ist auch, das intermittierendes Fasten helfen kann, weniger zu essen. Allerdings ist aus meiner Sicht die derzeitige Datenlage unzureichend, um wirklich valide Empfehlungen machen zu können, wie häufig wir am Tag was essen sollten. Darüber hinaus spielt möglicherweise auch die Intensität der körperlichen Belastung während der täglichen Arbeit und in der Freizeit eine Rolle in diesem Zusammenhang. Sicher scheint hingegen zu sein, dass wir in Ländern wie Deutschland mehr auf eine an den tatsächlichen Bedarf angepasste Zufuhr an Energie und eine ausgewogene vollwertige Ernährung mit hohem Ballaststoffanteil und wenig schnellverfügbaren Kohlenhydraten achten müssen.“

 

Quelle: Association between eating time interval and frequency with ideal cardiovascular health: Results from a random sample Czech urban population.

A. Maugeri, S. Kunzova, J.R. Medina-Inojosa, A. Agodi, M. Barchitta, M. Hormoika, N. Kiacova, H. Bauerova, O. Sochor, F. Lopez-Jimenez, M. Vinciguerra.

Nutrition, Metabolism and Cardiovascular Diseases 2018; 28(8):847-885.

 

 

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