Juli 2018

Konzentration gesättigter Fettsäuren in Erythrozyten: Nur Palmitinsäure zeigt Hinweis auf erhöhtes Mortalitätsrisiko

 

Ernst-Peter Schorn

Die Reduktion gesättigter Fettsäuren in der Ernährung (weniger als 10% der Gesamtenergieaufnahme) gehört zu den etablierten Empfehlungen der großen kardiologischen Fachgesellschaften (ESC, EAS). Eine jetzt im Journal of Clinical Lipidology erschienene Studie von M. Kleber (Mannheim) und Kollegen zeigt jedoch, dass die pauschale Senkungsempfehlung für die gesamte Gruppe der gesättigten Fettsäuren eventuell nicht gerechtfertigt ist, sondern einer differenzierteren Betrachtung bedarf.

Bei der Untersuchung wurden die Daten von 3.259 Patienten der LURIC-Studie (alle Teilnehmer kamen zwischen 1997 und 2000 mit Verdacht auf eine Herzerkrankung zur stationären Aufnahme und wurden koronarangiographiert) unter dem Aspekt Fettsäurekonzentration in roten Blutkörperchen vs. Gesamtsterblichkeit bzw. kardialer Mortalität ausgewertet.

Innerhalb der Beobachtungszeit von knapp zehn Jahren verstarben 975 Teilnehmer. Dabei zeigte die Analyse nur einen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen der gesättigten Fettsäure Palmitinsäure (C:16) und der Gesamtmortalität. Für alle anderen gesättigten Fettsäuren (auch nicht für die Gesamtsumme der Fettsäuren) ergab sich kein signifikanter Zusammenhang. Eine signifikante Beziehung zwischen der Konzentration einzelner Fettsäuren in Erythrozyten und kardiovaskulärer Mortalität wurde ebenfalls nur für die Palmitinsäure gesehen, allerdings auch nur nach Adjustierung weiterer klassischer Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen.

„Unsere Studie liefert einen wichtigen Hinweis dafür, dass der Zusammenhang zwischen einzelnen Fettsäuren und Mortalität komplex ist.“, kommentiert S. Lorkowski, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der D•A•CH-Gesellschaft Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen e.V. und Mitglied der Studiengruppe, die Studienergebnisse. „Anscheinend müssen wir in Zukunft bei den Fettsäuren differenzierter hinschauen, das heißt auf einzelne Fettsäuren, da sich diese biologisch und prognostisch unterscheiden. Es ist daher nicht sinnvoll, lediglich Gruppen von Fettsäuren, wie beispielsweise die gesättigten Fettsäuren, als Ganzes zu betrachten."

Quelle:
Saturated fatty acids and mortality in patients referred for coronary angiography - The Ludwigshafen Risk and Cardiovascular Health study.
Marcus E. Kleber, PhD, Graciela E. Delgado, MSc, Christine Dawczynski, PhD, Stefan Lorkowski, PhD, Winfried März, MD, Clemens von Schacky, MD.
Journal of Clinical Lipidology (2018) 12, 455 - 463

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