August 2018

Kaffeetrinker leben einfach länger – selbst bei acht Tassen am Tag

 

Ernst-Peter Schorn

 

August 2018 – Erneut eine gute Nachricht für alle Kaffeeliebhaber: Das früher eher als kritisch für die Gesundheit eingeschätzte Koffeingetränk hat eher positive Auswirkungen: wer Kaffee trinkt, lebt länger!

 

Zu diesem Schluss kommt eine Studie des National Institute of Health (NIH) aus den USA. Erikka Loftfield (Rochville) und Kollegen haben Biobankdaten von fast 500.000 Briten ausgewertet und kommen zu dem Ergebnis, dass das Sterberisiko mit der Menge des konsumierten Kaffees sinkt. Bei bis zu drei Tassen pro Tag lag das Risiko innerhalb der folgenden zehn Jahre zu sterben gegenüber Personen, die keinen Kaffee tranken, um etwa 8 % niedriger. Bei vier bis sieben Tassen pro Tag sank das Risiko weiter auf etwa 16 %, und selbst bei einer beachtlichen Kaffeetagesration von acht Tassen fand sich noch ein gesundheitlicher Vorteil.

 

Die anscheinend schützende Wirkung des Kaffees war übrigens unabhängig vom Koffeingehalt. Auch die Personen, die immer entkoffeinierten Kaffee trinken, profitieren genauso wie die Liebhaber eines starken Kaffees mit viel Koffein. Und die ursprüngliche Vermutung, dass es Unterschiede zwischen Personen geben könnte, die besonders schnell oder sehr langsamen Koffein abbauen, wurde im Rahmen der genetischen Untersuchungen nicht bestätigt, es profitieren einfach alle Kaffeetrinker.

 

Die Studiengruppe kommt aufgrund der Ergebnisse zu dem Schluss, dass Warnungen vor regelmäßigen Kaffeegenuss anscheinend nicht mehr gerechtfertigt seien, sondern dass regelmäßiges Kaffeetrinken eher ein Teil einer gesunden Ernährung sein kann. Allerdings wies die Gruppe auch daraufhin, dass mit der Studie keine Ursache-Wirkung-Beziehung nachgewiesen wurde. Theoretisch könne es sein, dass Menschen mit einer grundsätzlich längeren Lebenserwartung aus unbekannten Gründen eher Kaffeeliebhaber seien. Grundsätzlich werden aber als Ursachen für die gesundheitsfördernde Wirkung von Kaffee Mechanismen wie „entzündungshemmend“, „höhere Insulinempfindlichkeit“ sowie allgemein positive Auswirkungen auf Leberenzyme und Blutgefäße diskutiert.

 

Quelle: Association of coffee drinking with mortality by genetic variation in caffeine Metabolism: findings from the UK Biobank.

Erikka Loftfield; Marilyn C. Cornelis; Neil Caporaso; Kai Yu; Rashmi Sinha; Neal Freedman.

JAMA Intern Med 2018; 178(8):1086-1097.

 

 

 

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