05/01/14

Neue Meta-Analysen bestätigen einen Überlebensvorteil durch Vitamin D und unterstreichen dessen Sicherheit

Von Winfried März und Stefan Pilz

Rezente Studien bzw. Meta-Analysen von Placebo-kontrollierten Studien bestätigen, dass die Einnahme von Vitamin D zu einer statistisch signifikanten Reduktion der Mortalität (Sterblichkeit) und von Knochenbrüchen führt und hierbei keine Nebenwirkungen auftreten (1-6). Diesbezüglich im Fokus stand vor allem die Meta-Analyse von Bolland et al. in der Zeitschrift Lancet Diabetes & Endocrinology, in der diese Tatsachen sehr skeptisch interpretiert wurden (1). Dies beruhte vor allem auf dem Umstand, dass Vitamin D keinen statistisch signifikanten Einfluss auf Herz-Kreislauferkrankungen oder Krebserkrankungen hatte. Folgt man den Autoren, legten diese Resultate nahe, Vitamin D habe auf diese Erkrankungen keinen relevanten Effekt, woran auch durch zukünftige bzw. bereits laufende Studien nichts wesentlich ändern könnten. Sehr wohl aber konnten Bolland et al. in derselben Arbeit zeigen, dass Vitamin D zu einer statistisch signifikanten Reduktion von Hüftfrakturen (-16%) und der Mortalität (-4%) führt. Auch wenn diese Ergebnisse mit einer gewissen Unsicherheit behaftet sind, bestätigen sie doch die Resultate anderer Studien in führenden Fachzeitschriften inklusive eines Cochrane-Reviews, der erst nach Einreichung der Arbeit von Bolland erschienen ist (2-4). Da diese positiven Effekte des Vitamin D in den letzten Jahren zu einer deutlichen Zunahme der Einnahme von Vitamin D in der Allgemeinbevölkerung geführt haben, stellt sich zwangsläufig die Frage nach der Sicherheit bzw. nach Nebenwirkungen von Vitamin D. Gerade in diesem Kontext hat die Arbeit von Bolland et al. keine schädlichen Effekte von Vitamin D gezeigt, obwohl sie verschiedenste Gesundheitsaspekte analysierte. Dies ist eine wichtige Erkenntnis, die vor allem aus dem Blickwinkel betrachtet werden sollte, dass es nicht darum geht Vitamin D als “Wunderdroge” anzupreisen. Vielmehr genügt ein einziger  Grund (positive Wirkung bzw. Indikation), um eine Vitamin D Einnahme zu rechtfertigen, wobei man aber sehr genau abschätzen sollte, ob mit Nebenwirkungen zu rechnen ist. In diesem Kontext waren die Daten von Bolland et al. wichtig und hilfreich. Das stärkste Argument für eine Vitamin D Therapie ist und bleibt die signifikant reduzierte Sterblichkeit. Sie lässt sich übrigens nicht vollständig durch die positiven Vitamin D Effekte auf das Skelettsystem bzw. die Frakturen erklären. Auch wenn viele Fragen zum Vitamin D noch offen sind und sich die Datenlage durch diverse große, prospektive Studien noch verschieben könnte, sollte in Anbetracht der guten Sicherheitslage zum Vitamin D unterstrichen werden, dass selbst nur marginal signifikante Vitamin D Wirkungen große Bedeutung auf der Ebene der “Public Health” besitzen, was auch dadurch zum Ausdruck kommt, dass in den USA und Finnland Nahrungsmittel bereits heute mit Vitamin D supplementiert werden (7, 8).

  1. Bolland MJ, Grey A, Gamble GD, Reid IR. The effect of vitamin D supplementation on skeletal, vascular, or cancer outcomes: a trial sequential meta-analysis. Lancet Diabetes Endocrinol epub ehad of print doi:10.1016/S2213-8587(13)70212-2
  2. Bjelakovic G, Gluud LL, Nikolova D, Whitfield K, Wetterslev J, Simonetti RG, Bjelakovic M, Gluud C. Vitamin D supplementation for prevention of mortality in adults. Cochrane Database Syst Rev. 2014 Jan 10;1:CD007470. doi: 10.1002/14651858.CD007470.pub3.
  3. Bischoff-Ferrari HA, Willett WC, Orav EJ, Lips P, Meunier PJ, Lyons RA, Flicker L, Wark J, Jackson RD, Cauley JA, Meyer HE, Pfeifer M, Sanders KM, Stähelin HB, Theiler R, Dawson-Hughes B. A pooled analysis of vitamin D dose requirements for fracture prevention.N Engl J Med 2012;367:40-9.
  4. Rejnmark L, Avenell A, Masud T, et al. Vitamin D with calcium reduces mortality: patient level pooled analysis of 70,528 patients from eight major vitamin D trials.J ClinEndocrinolMetab 2012;97:2670-816.
  5. Autier P, Boniol M, Pizot C, Mullie P. Vitamin D status and ill health: A systematic review. Lancet Diabetes Endocrinol 2014;2:78-89.
  6. Bolland MJ, Wilsher ML, Grey A, Horne AM, Fenwick S, Gamble GD, Reid IR. Randomised controlled trial of vitamin D supplementation in sarcoidosis. BMJ Open 2013;3:e003562.
  7. Kupferschmidt K. Uncertain verdict as vitamin D goes on trial. Science 2012;337:1476-8.
  8. Pilz S, Rutters F, Dekker JM. Disease prevention: vitamin D trials. Science 2012;338:883.

18./19. Januar

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