Vergleich quantitativer Bestimmungsmethoden für Lipoprotein (a)

 

Lipoprotein (Lp) (a) gilt als unabhängiger Risikofaktor für kardiovaskuläre Ereignisse. Dieser Zusammenhang ist durch zahlreiche epidemiologische und genetische Studien belegt. Die molare Masse des Lp(a) variiert über einen großen Bereich, bedingt nicht nur durch den Längenpolymorphismus des Apolipoprotein (a), sondern auch durch Unterschiede in Größe und Zusammensetzung des Lipoproteinpartikels. In dieser struktureller Heterogenität und dem Fehlen eines allgemein konsentierten Referenz-Standards und einer empfohlenen Referenzmethode liegt die Ursache für die zum Teil erheblichen Unterschiede zwischen den verfügbaren Bestimmungsmethoden. Zusätzlich entsteht Unklarheit, weil neben der Bestimmung der Masse (in mg/dl) auch Assays verwendet werden, die auf molare Konzentrationen (in nmol/l) geeicht sind, obwohl sie de facto gar nicht die molare Konzentration der Lp(a) - Partikel messen, sondern mathematisch errechnen.

 

Um eine Orientierung für die klinische Praxis zu liefern, haben die Autoren kommerziell erhältliche Assays zur Bestimmung von Lp(a) verglichen (Tabelle 1). Dazu wurden 144 Serumproben im Konzentrationsbereich von 3 bis 175 mg/dL* unter Bedingungen eines Routinelabors gemessen. Die Tabellen zeigen die ermittelten Umrechnungsfaktoren. Es hat sich herausgestellt, dass die Beziehungen zwischen einzelnen Methoden nicht linear sind, so dass für verschiedene Konzentrationsbereiche verschiedene Umrechnungsfaktoren resultieren (Tabelle 2).

 

Zusätzlich wurde ein Standard der International Federation of Clinical Chemistry and Laboratory Medicine (IFCC) analysiert. Die Methode von Denka Seiken kam dem spezifizierten Wert von 48 mg/dl für den IFCC Standard am nächsten, die Abweichung vom Sollwert betrug nur 1% (siehe Abbildung).

 

Da aus der täglichen Praxis immer häufiger Fragen nach der Vergleichbarkeit von Methoden für die Messung von Lp(a) an uns heran getragen werden, haben wir uns entschlossen, diese Daten bereits vor Abfassung und Einreichung einer Publikation zur Verfügung zu stellen. Dies hat auch zur Folge, dass sich durch eine abschließende statistische Auswertung noch geringfügige Änderungen ergeben können. Wenn Sie Lp(a) Konzentrationen ineinander umrechnen möchten, bringen Sie bitte unbedingt in Erfahrung, welche Methode im Labor benutzt wird.

 

Wir hoffen, mit diesen Informationen eine brauchbare, vorläufige Hilfestellung für die klinische Praxis zu bieten. Eine Haftung für allgemeine Gültigkeit der Daten können wir indes noch nicht übernehmen.

 

*ermittelt mit Siemens N-Latex-Assay

 

Für Rückfragen und Erläuterungen stehen Ihnen zur Verfügung:
Hubert Scharnagl, Medizinische Universität Graz, Tel: +43 316 385 86030, hubert.scharnagl@medunigraz.at
Winfried März, synlab Akademie Mannheim, Tel: +49 621 43179432, winfried.märz@synlab.com

 

Autoren:

Hubert Scharnagl, Medizinische Universität Graz Tatjana Stojakovic, Medizinische Universität Graz Benjamin Dieplinger, Konventhospital Barmherzige Brueder Linz Hans Dieplinger, Medizinische Universität Innsbruck Gerhard Kostner, Medizinische Universität Graz Winfried März, Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, Medizinische Universität Graz und Synlab Akademie Mannheim

 

Abbildung und Tabellen

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18./19. Januar

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