HYPERTONIE

Antihypertensive Therapie zur Senkung des vaskulären Risikos

- Fixkombinationen erhöhen Adhärenz und Wirksamkeit -

 

Autor: E. Windler, Hamburg

Hypertonus ist der häufigste Risikofaktor für kardio- und cerebrovaskuläre Erkrankungen. Von der Mitte des Lebens an hat mindestens jeder 2. Deutsche erhöhte Blutdruckwerte. Das liegt teilweise an der Zunahme des Körpergewichts in den letzten Jahrzehnten um ca. 15 kg. In diesen Fällen ist der Hypertonus meist Teil eines Metabolischen Syndroms. Aber auch schlanke Menschen können sehr hohe Blutdruckwerte haben. Meist liegt dann eine familiäre Belastung vor, die auf die genetische Prädisposition hinweist. Der Hypertonus entwickelt sich in diesen Fällen oft schon im jungen Erwachsenenalter. In jedem Fall steigt das Risiko für Herz- und Schaganfälle exponentiell an. Auch andere Ereignisse wie Aortenaneurysmata, Herzinsufizienz und Niereninsuffizienz nehmen im gleichen Maße zu.

Die effektive Einstellung des Blutdrucks ist daher ein primäres Erfordernis in der modernen Medizin. Auch wenn Lebensstilmaßnahmen in vielen Fällen die Basis der Behandlung sein sollte, lehrt die klinische Erfahrung, dass doch in den allermeisten Fällen eine medikamentöse Behandlung notwendig ist, wobei in zwei Dritteln der Fälle erst eine Kombination mindestens zweier Präparate zum Ziel führt. Das wird auch von den aktuellen Leitlinien berücksichtigt. Die neueste Fassung der Empfehlungen der European Societies of Cardiology und of Hypertension betonen die Sinnhaftigkeit der Ersteinstellung mit einer Kombinationstherapie. Beiden, der Effektivität und der Verträglichkeit soll so besser entsprochen werden.

Studien wie ALLHAT haben die geringen Unterschiede in der Wirkung der wesentlichen Gruppen der Antihypertensiva gezeigt, wobei Calciumantagonisten einen gewissen Vorteil in der Senkung des diastolischen Blutdrucks und der Prävention des Schlaganfalls gegenüber ACE-Hemmern haben mögen, die ihrerseits günstige Wirkungen auf Herz und Niere haben. Beide sind mit Diuretika kombinierbar, die allerdings wegen ihrer diabetogenen Wirkung in Dosis und Anwendung auf die Kernindikationen der Herzinsuffizienz und Ödembehandlung gewisser Beschränkung unterliegen. Ähnliches gilt für den primären Einsatz eines Betablockers zur antihypertensiven Therapie. Daher kann als geeignete Basiskombination ein ACE-Hemmer mit einem Calciumantagonisten gelten.

Die Wirkspektren von ACE-Hemmern und Calciumantagonisten ergänzen einander zu einer optimalen Vaso-, Kardio-, Cerebro- und Nephroprotektion. Selbst bekannte, wenn auch harmlose Nebenwirkungen der Calciumantagonisten wie Knöchelödeme lassen sich durch die Kombination vermeiden. Voraussetzung für eine Fixkombination sind allerdings neben guter Verträglichkeit beider Komponenten vergleichbare pharmakokinetische Eigenschaften. Beispielsweise haben sich Enalapril und Nitrendipin als Fixkombination bewährt: Sie ermöglicht bei Einmalgabe einen raschem Wirkeintritt und dennoch eine dauerhafte Wirkung über 24 Stunden, deren Effekte auch in Endpunktstudien belegt werden konnte. Andere Präparate fassen drei Substanzen einschließlich Diuretikum in einer Tablette zusammen.

Der Trend zur Fixkombination ist nicht nur durch die Einfachheit der Einnahme begründet, sondern auch durch die damit verbundene höhere Adhärenz – ein entscheidender Punkt für den Erfolg einer Langzeittherapie.

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