Eine aktuelle Metaanalyse im Lancet zeigt: Die meisten in Packungsbeilagen aufgeführten Statin-Nebenwirkungen sind wissenschaftlich nicht haltbar. Das internationale Forscherteam der Cholesterol Treatment Trialists‘ Collaboration wertete Daten von knapp 124.000 Patienten aus und kommt zu einem klaren Ergebnis:
62 von 66 in Fachinformationen genannten Nebenwirkungen lassen sich nicht kausal auf Statine zurückführen.
Besonders bedeutsam: Für häufig befürchtete Probleme wie Gedächtnisverlust, Depressionen, Schlafstörungen oder sexuelle Dysfunktion fand sich keinerlei Evidenz. Neben seltenen Muskelschmerzen und Diabetes Risiko bei Prädiabetikern waren lediglich dosisabhängige Leberwertanstiege ohne klinische Relevanz sowie minimale Effekte auf Urinwerte und Ödeme nachweisbar.
Die Autoren fordern eine Überarbeitung der offiziellen Produktinformationen, da die aktuelle Darstellung Patienten und Ärzte irreführt und zu unnötigen Therapieabbrüchen führt – mit potenziell lebensbedrohlichen Folgen.
Mit unserem Informationsblatt „Der etwas anderen Beipackzettel für Statine“ bieten wir eine verständliche Alternative zu den offiziellen Packungsbeilagen. Es stellt Nutzen und Risiken ausgewogen dar und hilft Patienten, informierte Entscheidungen zu treffen.
Die neue Studie liefert eine wichtige wissenschaftliche Grundlage für den etwa anderen Beipackzettel. Sie finden diesen hier oder in unserem Patienteninformationsbereich zum Download zur Verfügung.
„Der etwas andere Beipackzettel“ für Statine (PDF Download)
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Studie: Reith C et al. Assessment of adverse effects attributed to statin therapy in product labels: a meta-analysis of double-blind randomised controlled trials. The Lancet, online first, 5. Februar 2026. Link zur Studie