Förderpreis Lipidologie 2020

D•A•CH Förderpreis Lipidologie gefördert durch die Christine Katharina Schmitz-Stiftung

Die D•A•CH-Gesellschaft Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen e. V. vergibt durch Förderung der Christine Katharina Schmitz-Stiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft im Jahr 2020 Mittel für einen Nachwuchspreis Lipidologie zur Förderung eines Forschungsprojektes in Höhe von 10.000 Euro.

Mit dem Förderpreis möchte die D•A•CH-Gesellschaft junge Ärzte/-innen und Wissenschaftler/-innen (bis 35 Jahre) in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterstützen, die innovative experimentelle oder klinische Forschungsprojekte im Bereich des Lipidstoffwechsels/Fettstoffwechselstörungen planen. Die hohe wissenschaftliche Qualität und Originalität der bisherigen Forschungsarbeiten auf internationalem Niveau sind in geeigneter Weise zu belegen. Die bereitgestellten Mittel des Fonds sind mit entsprechender Begründung flexibel verwendbar. Neben Verbrauchsmaterialien, Geräten und Stipendien für Mitglieder der Arbeitsgruppe können auch Mittel für sonstige Verwendungen (z.B. Forschungsreisen, Aufbau von Netzwerken) beantragt werden.

Aussagefähige Unterlagen mit Kurzdarstellung des Forschungsgebiets, der bisherigen Forschungsarbeiten des Antragstellenden, der neuen Fragestellung und des konkreten Arbeitsprogrammes, einer detaillierten Aufstellung der geplanten Verwendung der Mittel (zusammen maximal 5 Seiten) sowie Lebenslauf und Schriftenverzeichnis sind bis zum 31. Januar 2020 in elektronischer Form per E-Mail an die Geschäftsstelle zu senden.

Die Auswahl erfolgt durch den Vorstand der D•A•CH-Gesellschaft auf der Basis von mindestens 2 Fachgutachten. Die Vergabe des Preises erfolgt im Rahmen der Kongresses VMAC 2020 (12.-14.3.2020 in Augsburg).

Bisherige Preisträger des Förderpreises

Preisträgerin 2019 des D•A•CH Förderpreises Lipidologie der Christine Katharina Schmitz Stiftung ist

Dr. Maria Rohm
Institut für Diabetes und Krebs, Helmholtz Zentrums München

Der Preis wurde verliehen für das Projekt

„TBL1xR1 als Schaltstelle des Fettstoffwechsels in Adipozyten kontrolliert das Risiko von Arteriosklerose und Herz-Kreislauferkrankungen”

Dr. Maria Rohm leitet eine Juniorgruppe am Institut für Diabetes und Krebs des Helmholtz Zentrums München, die sich mit Wechselwirkungen zwischen unterschiedlichen Geweben bei Stoffwechselerkrankungen beschäftigt. Das nun ausgezeichnete Projekt beruht auf eigenen Vorarbeiten, in denen sie den Transkriptionsfaktor TBL1xR1 als regulatorischen Knotenpunkt für den Fettstoffwechsel in Adipozyten identifiziert hat. TBL1xR1 reguliert die Lipolyse, also die kontrollierte Spaltung von Triglyzeriden. Zum Beispiel in Hungerphasen passt der Transkriptionsfaktor die Menge der Lipolyse-Schlüsselenzyme an den Energiebedarf an. Erste Daten weisen darauf hin, dass eine fehlerhafte Regulierung dieses Prozesses sowohl in der Maus als auch im Menschen zu veränderten Triglyzerid- und Cholesterin-Spiegeln führt. Dadurch können Arteriosklerose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen entstehen. Deshalb möchte die Wissenschaftlerin jetzt aufklären, wie TBL1xR1, Lipolyse und Blutfette zusammenhängen. Letztendlich zielen die Arbeiten darauf ab, ein neues therapeutisches Konzept für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu entwickeln.

Bereits seit 2009 forscht Rohm erfolgreich im Bereich Fettstoffwechsel. Vorangegangene Arbeiten zu diesem Thema erschienen unter anderem in Nature Medicine, The EMBO Journal, Cell Metabolism, und Diabetes. Bevor die Wissenschaftlerin 2017 als Nachwuchsgruppenleiterin an das Helmholtz Zentrum München kam, arbeitete sie als Postdoktorandin an der Universität Oxford und dem Deutschen Krebsforschungszentrum. Biologie studiert und promoviert hat sie an der Universität Heidelberg.



Dr. Maria Rohm, Gewinnerin des „Förderpreises Lipidologie” 2019 und Prof. Ulrich Laufs, Vorstandsmitglied der D•A•CH-Gesellschaft Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen e.V., bei der Preisverleihung.

 

Preisträger 2018 des D•A•CH Förderpreises Lipidologie der Christine Katharina Schmitz Stiftung ist

Alexander Fischer
Institut für Biochemie und Molekulare Zellbiologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Der Preis wurde verliehen für das Projekt

„Die Bedeutung der endothelialen lysosomalen Lipase für den systemischen Lipoproteinstoffwechsel“

Alexander Fischer, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe von Professor Jörg Heeren am UKE, überzeugte die Jury mit seinem Projekt zur Untersuchung der Rolle von Endothelzellen des braunen Fettgewebes im Lipidstoffwechsel. Hintergrund seines Vorhabens ist die erst kürzlich entdeckte Möglichkeit, dass die Aktivierung des braunen Fettgewebes genutzt werden könnte, um Fettstoffwechselstörungen, Diabetes und Atherosklerose zu behandeln. Mechanismen, die dazu führen, dass Lipoproteine, die Atherosklerose hervorrufen können, spezifisch in das braune Fettgewebe aufgenommen werden, sind seitdem von großem wissenschaftlichen Interesse.

Der 28-jährige Nachwuchswissenschaftler möchte die Rolle der Endothelzellen des braunen Fettgewebes für den Lipid-, Lipoprotein- und Energiestoffwechsel untersuchen. In Vorarbeiten konnte er bereits zeigen, dass in die Blutbahn injizierte Lipoproteine sich bereits nach wenigen Minuten in Endothelzellen des braunen Fettgewebes anreichern. Genauere Analysen zeigten außerdem, dass die Lipoproteine in die Lysosomen der Zellen aufgenommen werden, und dass das Enzym Lysosomale Lipase im Endothel der braunen Fettzellen durch Kälte vermehrt gebildet wird. Dieses Enzym ist maßgeblich für der Spaltung von Lipiden in Lysosomen beteiligt und Mutationen in diesem Enzym führen im Menschen zu schweren Störungen des Lipidstoffwechsels. Die Ergebnisse des von der D•A•CH-Gesellschaft Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen e.V. geförderten Projektes könnten weitreichende Auswirkungen auf die Behandlung von Hyperlipoproteinämien haben. Denn mit diesem Ansatz wird erstmals die klinische Relevanz des Lipoprotein-Transports in Endothelzellen für den systemischen Stoffwechsel von pro-atherogenen Lipoproteinen untersucht.

Die Vorstandsmitglieder der D•A•CH-Gesellschaft Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen e.V. Prof. Ulrich Laufs (links) und Prof. Hans Dieplinger (rechts) mit Alexander Fischer (mitte), dem stolzen Gewinner des “Förderpreises Lipidologie” 2018.

Preisträgerin 2017 des D•A•CH Förderpreises Lipidologie der Christine Katharina Schmitz Stiftung ist

Dr. Anna-Franziska Worthmann
Institut für Biochemie und Molekulare Zellbiologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Der Preis wurde verliehen für das Projekt

„Untersuchung der Funktion von Cyp7b1-abhängig produzierten Gallensäuren für die adaptive Thermogenese und den postprandialen Lipoproteinstoffwechsel“

Anna-Franziska Worthmann untersucht in ihrem Projekt den Einfluss von Cyp7b1-abhängig produzierten Gallensäuren auf den postprandialen Lipid- und Cholesterinstoffwechsel in genetisch veränderten Mäusen. Insbesondere bei hoher Stoffwechselaktivität, zum Beispiel nach Aktivierung des braunen Fettgewebes durch Kälte, wird Cholesterin Cyp7b1-abhängig in Form von Gallensäuren aus dem Körper ausgeschieden. Dass dieser alternative Gallensäuresyntheseweg neben dem sogenannten klassischen Weg physiologisch reguliert wird, ist neu und bietet eine mögliche Option, den Cholesterinspiegel zu senken und so möglicherweise der Entstehung von Atherosklerose vorzubeugen.

Die Vorstandsmitglieder der D•A•CH-Gesellschaft Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen e.V. Prof. Ulrich Laufs (links) und Prof. Eberhard Windler (rechts) mit Dr. Anna-Franziska Worthmann (mitte), der stolzen Gewinnerin des “Förderpreises Lipidologie” 2017.

Preisträger 2016 des D•A•CH Förderpreises Lipidologie der Christine Katharina Schmitz Stiftung ist

Dr. Paolo Zanoni
Institut für klinische Chemie, UniversitätsSpital Zürich

Der Preis wurde verliehen für das Projekt

„Validation of new potential receptors and molecular regulators of holo-HDL uptake in the liver“

Die Vorstandsmitglieder der D•A•CH-Gesellschaft Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen e.V. Prof. Ulrich Laufs (links) und Prof. Eberhard Windler (rechts) mit Dr. Paolo Zanoni (Mitte), dem stolzen Gewinner des “Förderpreises Lipidologie” 2016.

D•A•CH Förderpreis Lipidologie der Christine Katharina Schmitz Stiftung 2015 erstmals vergeben

Im Rahmen ihrer Jahrestagung 2015 hat die D•A•CH-Gesellschaft Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen e.V. den „Förderpreis Lipidologie“ für zwei herausragende Forschungsprojekte an Dr. Stefan Coassin, Medizinische Universität Innsbruck, und Christian Schlein, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, verliehen. Der erstmals vergebene Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Der durch Förderung der Christine Katharina Schmitz-Stiftung im Stifterverband der Deutschen Wissenschaft ermöglichte Preis wurde für innovative experimentelle und klinische Forschungsprojekte im Bereich Lipidstoffwechsel und Fettstoffwechselstörungen ausgeschrieben und richtete sich speziell an junge Ärzte/innen und Wissenschaftler/innen bis 35 Jahren in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Eine Vielzahl von wissenschaftlich hochwertigen und spannenden Einsendungen machte die Entscheidung für den Vorstand und die externen Gutachter zur Herausforderung.

Christian Schlein erforscht in seinem Projekt den Einfluss des FoxO-Transkriptionsfaktors auf das schützende HDL-Cholesterin in genetisch veränderten Mäusen. Dieser Zusammenhang ist neu entdeckt, während der Einfluss von FoxO auf den Blutzuckerspiegel bekannt ist. Die Untersuchungen werden zum Verständnis des Metabolischen Syndroms beitragen, bei dem im Rahmen von einer Gewichtszunahme und einer Blutzuckererhöhung eine Verminderung des HDL-Cholesterins auftritt. Dieses Syndrom ist mit einem hohen Risiko für eine Herzerkrankung assoziiert.

Das Projekt von Dr. Stefan Coassin überzeugte durch den Plan einer bisher nicht möglichen Analyse eines bestimmten Abschnitts des Gens Apolipoprotein(a). Dieses reguliert die Konzentration des stark Arteriosklerose-fördernden Blutfettes Lipoprotein(a). Es ist bekannt, dass die Konzentration dieses Blutfettes stark genetisch reguliert wird, jedoch sind die dafür verantwortlichen Faktoren noch nicht vollständig bekannt. Es wird vermutet, dass dieser bisher nicht untersuchbare Genabschnitt eine große Anzahl Mutationen versteckt, die die Lipoprotein(a)-Spiegel beeinflussen. Daher dürften die geplanten Untersuchungen genaueren Aufschluss über Bedeutung des Lipoprotein(a) für die Entwicklung von Arteriosklerose erlauben.

Der „Förderpreis Lipidologie“ wird auch für das Jahr 2016 ausgeschrieben.

Die Vorstandsmitglieder der D•A•CH-Gesellschaft Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen e.V. Prof. Ulrich Laufs (links) und Prof. Eberhard Windler (rechts) mit Dr. Stefan Coassin (mitte), dem stolzen Gewinner des “Förderpreises Lipidologie”.

Prof. Dr. Franz Rinninger (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf) (mitte) nimmt stellvertretend für den Preisträger Christian Schlein den „Förderpreis Lipidologie“ entgegen. Die Vorstandsmitglieder der D•A•CH-Gesellschaft Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen e.V. Prof. Ulrich Laufs (links) und Prof. Eberhard Windler (rechts) gratulieren dem Preisträger.

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